Abdichten von Durchdringungen für z.B. Medienrohre gemäß DIN 18533

Die Abdichtungsausführungen im Bereich der Rohrdurchführung, z. B. für Strom-, Wasser- und Gasleitungen, stellen hohe Anforderungen an Planer und Ausführende. Bei Durchdringungen ist es wichtig, dass die Einbauteile (z.B. Rohre, Halterungen, Kabel), welche Abdichtungsebenen durchdringen, fest mit dem Bauteil verbunden sind. Die Einbauteile sind sorgfältig in die Abdichtungsebene einzubinden. Wenn thermische Verformungen (z.B. durch transportierte Medien in Rohren) auftreten können, sind Durchdringungen so einzudichten, dass hier eine Bewegungsmöglichkeit geschaffen wird. Je nach Abdichtungssystem wird ein Flanschkragen angebracht bzw. ein elastischer Anschluss ausgebildet. Die Ausführung erfolgt unter Berücksichtigung der jeweilig vorliegenden Wassereinwirkung. Durchdringungen sind möglichst oberhalb des Bemesungswasserstandes zu planen.

Einfach & sicher zum Ziel

  1.  

    1. Um die Bitumendickbeschichtung an die Rohrdurchführung heranführen zu können, ist diese vorab von losen und haftungsminderden Bestandteilen zu befreien. Der Untergrund ist leicht anzurauen und mit weber.tec 901 zu grundieren.

  2.  

    2. Nach Untergrundvorbereitung und Auftrocknung der Grundierung erfolgt die Anarbeitung der Bitumendickbeschichtung an die Rohrdurchführung, z. B. mit der Zungenkelle. Bei Bodenfeuchte und nicht drückendem Wasser (W1- E) wird eine Hohlkehle aus PMBC um die Rohrdurchführung gezogen. Danach wird die Rohrdurchführung in die Flächenabdichtung eingebunden.

  3.  

    3. Schnitt durch eine Außenwand mit Rohrdurchführung bei Wassereinwirkungsklasse Bodenfeuchte/ nichtdrückendes Wasser bei Sanierung und Neubau.

  4.  

    4. Bei Neubauten ist der Einbau des Medien-Futterrohrs aus Faserzement (z.B. Fa. Doyma) im Mauerwerk und Beton möglich. Der wasserundurchlässige Faserzementflansch wird bündig mit dem Mauerwerk eingesetzt. Der Klebeflansch muß eine Breite von mind. 12 cm aufweisen. die Lösung ist auch für Druckwasserbelastung (W2.1- E) geeignet.

  5.  

    5. Nachfolgend wird die Dickbeschichtung unter mittiger Einarbeitung von Glasseidengewebeeinlage auf den Flansch geführt. So erfolgt die Einbindung in die Flächenabdichtung. Die Lösung ist auch für Druckwasserbelastung (W2.1- E) geeignet.

  6.  

    6. Nachdem die Flächenabdichtung erstellt ist, wird das Medienrohr eingedichtet. Dies erfolgt mit einem Dichtungseinsatz zwischen Medienrohr und dem Futterrohr. Die Dichtigkeit wird durch die Verschraubung des umlaufenden Dichtrings (Quetschdichtung) erzielt. Die Verschraubung des Dichtungseinsatzes sollte von der Innenseite des Gebäudes erfolgen.
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    7. Prinzipdarstellung des Doyma-Rohrdurchführungssystems für die Wassereinwirkungsklassen Bodenfeuchte, nichtdrückendes Wasser und Druckwasser (W2-1-E). Im Fall von Druckasser werden 2 Dichtpakete zur Absicherung der Dichtigkeit eingesetzt.

  8.  

    8. Für die Versorgung, z.B. Gas, Strom, Wasser, etc. eignen sich spezielle Mehrspartendurchdringungen. Hier z.B. Doyma QS Nova 1M (ohne Gas).  Die erdberührte Außenabdichtung aus z.B. PMBC ist vor der Installation bereits vorhanden und durchgetrocknet. Der erdberührte Flanschkragen wird als Quetschdichtung an die vorhandene Abdichtung angeschlossen. Zusätzlich wird innenliegend mittels Dichteinsatz abgedichtet. Die Lösung ist auch für Druckwasser (W2.1- E) geeignet.

     

  9. Für die Sanierung bei vorhandener Rohrleitung bieten sich sog. "geteilte Ausführungen" an, z.B. Doyma. Der Flansch des Futterrohrs wird mittels Butyldichtungsband auf die vorhandene erdberührte Abdichtung, z.B PMBC, FPD geklebt und verschraubt. Die Abdichtung der Rohrleitung erfolgt durch den Einsatz des Dichtpaketes zwischen Futterrohr und Rohrleitung. Die Lösung ist geeignet für Bodenfeuchte, nicht drückendes Wasser (W1- E).

     

  10. Beim Lastfall Druckwasser kann alternativ zum Klebeflansch mit Dichtpaket auch eine Los- Festflanschkonstruktionen gem. DIN 18533, hier z.B. Doyma CF 7006 T - für Sanierungen bei vorhandener Rohrleitung, eingesetzt werden.