Sanierung nicht ruhender Risse in Putzfassaden

Die Sanierung von statischen (ruhenden oder sich leicht bewegenden) Rissen erfolgt am sichersten mit einem WDVS (siehe auch Seite: „Wie werden gerissene Fassaden oder Fugen mit einem WDVS saniert?“) Falls jedoch nur eine Putzsanierung
erfolgen soll, müssen die folgenden Arbeitsschritte eingehalten werden. Je nach Art und Umfang der Risse muss damit
gerechnet werden, dass auch der neue Putz nicht rissfrei bleibt.

Einfach & sicher zum Ziel

  1. Untergrundprüfung

    1. Die Putzfläche wird mit Draht oder dünnem Metallstab abgefahren. Alternativ kann mit einem Hammer abgeklopft werden. Im Bereich von Hohlstellen zeigt sich ein dunkler Klang.

  2.  

    2. Überprüfen des Saugverhaltens durch Benetzungsprobe. Wasser sollte langsam und gleichmäßig aufgesaugt werden.

  3.  

    3. Die Festigkeit wird durch Ritzen oder Eindrehen eines Schraubenziehers überprüft. Dringt er nicht oder nur wenig ein, ist der Altputz tragfähig genug.

  4. Vorbehandlung

    4. Die komplette Fassade wird mit einem Hochdruckreiniger gesäubert.

  5.  

    5. Die abgeschlagenen Bereiche werden mit Leichtputz wie z. B. weber.dur 132 ausgebessert. 

  6.  

    6. Bei zu starkem Saugen (Wasser wird sofort aufgesaugt) kann z. B. mit dem Silikatfixativ weber.prim 406 vorgestrichen werden.

  7. Verarbeitung

    7. Bei sich bewegenden Rissen den Putz 20 cm rechts und links des Risses abschlagen und die
    weber Glasfaser-Fugenmatte mit weber.therm 300 fixieren. Bei großen Bewegungen des Untergrundes
    eine Enkopplung aus Wellpappe herstellen. Dann den Putzträger z.B. Distanet spannungsfrei
    aufbringen und mit weber.dur 132 aufputzen.

  8.  

    8. Den Armierungsmörtel, z.B. weber.therm 300 mit der Maschine oder von Hand auftragen (5–8 mm). Anschließend wird das Armierungsgewebe z.B. weber.therm 310 faltenfrei eingebügelt. Das Gewebe muss im oberen Drittel liegen.

  9.  

    9. Für dickschichtige Oberputze, wie z. B. den Edelkratzputz weber.top 204 AquaBalance, wird die Armierungsschicht waagerecht aufgekämmt, sonst rau abgezogen.

  10.  

    10. Je nach Oberputz bzw. Witterung muss der Armierungsmörtel gegebenenfalls vorgenässt oder mit weber.prim 403 Universalgrundierung grundiert werden. 

  11.  

    11. Der Oberputz wird entweder maschinell oder von Hand aufgetragen. Je nach Oberputz wird die Oberfläche mit geeignetem Werkzeug strukturiert oder gekratzt.