Wärmedämmung und Niedertemperatur: Wie Gebäude fit für die Energiewende werden

Die Heizung ist einer der größten Energieverbraucher im Haushalt. Doch wie kann man die Heizkosten senken, ohne auf Komfort zu verzichten? Eine Möglichkeit ist, das eigene Gebäude Niedertemperatur-ready zu machen. Doch was bedeutet das genau und warum ist es wichtig für die Energiewende?

Was bedeutet Niedertemperatur-ready?

Niedertemperatur-ready beschreibt, wie gut ein Gebäude für den Einsatz von Niedertemperatur-Heizungen geeignet ist. Niedertemperatur-Heizungen sind Heizsysteme, die mit einer geringen Vorlauftemperatur von maximal 55°C arbeiten, wie z.B. Wärmepumpen, Solarthermie oder Nahwärme. Diese Heizsysteme sind besonders effizient und umweltschonend, da sie weniger Energie verbrauchen und weniger CO₂ ausstoßen als konventionelle Heizungen, die oft bis zu 70°C oder mehr benötigen.

Damit ein Gebäude von einer Niedertemperatur-Heizung optimal versorgt werden kann, muss es jedoch einen niedrigen Heizwärmebedarf haben. Das bedeutet, dass es so gut gedämmt ist, dass es auch bei niedrigen Außentemperaturen kaum Wärme verliert und die gewünschte Raumtemperatur mit wenig Heizenergie erreicht werden kann. Ein Niedertemperatur-ready Gebäude ist also ein Gebäude, das einen hohen Wärmeschutz aufweist und für die Energiewende im Immobiliensektor gerüstet ist.

Warum ist es wichtig, dass Gebäude Niedertemperatur-ready werden?

Die Energiewende im Immobiliensektor ist eine der zentralen Herausforderungen für die Erreichung der Klimaziele in Deutschland. Der Gebäudesektor ist für etwa 40% des Endenergieverbrauchs und etwa 30% der CO₂-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Um diese Werte zu senken, müssen die Gebäude in Deutschland energieeffizienter werden. Das heißt, sie müssen weniger Energie für Heizung und Warmwasser benötigen und diese Energie aus erneuerbaren Quellen beziehen.

Eine wichtige Maßnahme dafür ist die Verbesserung der Wärmedämmung, die den Heizwärmebedarf reduziert. Eine andere Maßnahme ist die Umstellung auf Niedertemperatur-Heizungen, die den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen senken. Beide Maßnahmen ergänzen sich, denn nur wenn ein Gebäude gut gedämmt ist, kann es von einer Niedertemperatur-Heizung effektiv beheizt werden. Indem Gebäude Niedertemperatur-ready werden, leisten sie also einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz. Außerdem profitieren die Bewohner von einem höheren Wohnkomfort, da eine gute Wärmedämmung die Raumtemperatur gleichmäßiger und behaglicher macht und Probleme wie Zugluft, Schimmelbildung und Lärmbelastung vermeidet.

Ab wann ist ein Gebäude Niedertemperatur-ready?

Ob ein Gebäude Niedertemperatur-ready ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. dem Baujahr, der Gebäudeart, dem Zustand und der Ausstattung des Gebäudes. Eine Orientierung bietet die Energieeinsparverordnung (EnEV), die seit 2002 in Deutschland gilt und regelmäßig aktualisiert wird. Die EnEV legt Mindeststandards für den Wärmeschutz und den Primärenergiebedarf von Neubauten und Bestandsgebäuden fest. Der Wärmeschutz bezieht sich auf die Qualität der Wärmedämmung, die den Wärmeverlust durch die Gebäudehülle minimiert. Der Primärenergiebedarf bezieht sich auf die Menge an Energie, die für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung benötigt wird, einschließlich der Energieverluste durch die Erzeugung, Umwandlung und Verteilung der Energie. Je niedriger der Wärmeschutz und der Primärenergiebedarf sind, desto energieeffizienter ist ein Gebäude.

Ein Gebäude ist Niedertemperatur-ready, wenn es den Anforderungen der aktuellen EnEV entspricht oder diese sogar übertrifft. Das bedeutet, dass es einen hohen Wärmeschutz aufweist und einen niedrigen Primärenergiebedarf hat. Je nach Gebäudeart und -zustand können unterschiedliche Maßnahmen zur Verbesserung der Wärmedämmung erforderlich sein, z.B. die Dämmung von Fassade, Dach, Kellerdecke oder Fenstern. Ein Energieberater kann dabei helfen, die passenden Lösungen für das jeweilige Gebäude zu finden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Förderprogramme, die die Investitionen in die energetische Sanierung unterstützen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Initiative „Wärme schützen“ des VDPM.

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