Untergrundprüfung

Der fertige Bodenbelag ist nur so gut, wie es der Untergrund zulässt. Deshalb prüfen Sie Ihren Untergrund sorgfältig und bereiten ihn für die Bodenverlegung vor. Der Untergrund muss maßhaltig und technisch geeignet sein, um einen einwandfreien Bodenelag darauf erstellen zu können. Maßhaltig bedeutet ausreichend eben, fluchtgerecht, waagerecht oder im geplanten Gefälle. Technisch bedeutet tragfähig, sauber, trocken, formbeständig und frei von haftungsmindernden Bestandteilen. Die hier beschriebenen Prüfungen dienen dazu, den Verlegeuntergrund zu beurteilen, um anschließend eine geeignete Untergrundvorbehandlung auswählen zu können.

Einfach & sicher zum Ziel

  1. Die optische Prüfung

    1. Jede Untergrundprüfung sollte zunächst mit der Inaugenscheinnahme der gesamten Fläche beginnen. Grobe Mängel können dabei bereits erkannt werden und es wird eine erste Einschätzung des Untergrundes vorgenommen. Auf dieser Basis werden dann die weiteren Prüfmethoden festgelegt.

  2. Die Maßhaltigkeit

    1. Mit Hilfsmitteln wie Zollstock, Wasserwaage, Richtlatte, Schnur, Senklot oder Laser-Nivelliergerät, wird die Maßhaltigkeit des Untergrundes überprüft.

  3. Die Dokumentation

    1. Alle Aktivitäten müssen baustellenbezogen dokumentiert und der Bauakte beigefügt werden.

  4. Die Gitterritzprüfung

    1. Mit einem spitzen Stahlnagel oder einem speziellen Ritzgerät (Ri-Ri-Gerät) ritzt man mehrere Linien in einem Abstand von ca. 6 mm parallel nebeneinander ein.

  5. 2. Anschließend wiederholt man diesen Vorgang in einem 40°-60° Winkel zu den vorher eingeritzten Linien, so dass ein Rautenmuster entsteht.

  6. 3. Bei ausreichender Oberflächenhärte müssen die Kreuzungspunkte des Rautenmusters sauber und ohne Ausbrüche sein.

  7. Die Klopfprüfung

    1. Zur Erkennung von Hohlstellen sollte der Untergrund mit einem stumpfen Hammer abgestriffen und abgeklopft werden. Im Bereich von Hohlstellen zeigt sich ein dunkler Klang. Hohlstellen sind durch geeignete Maßnahmen zu beheben.
  8. Die Hammerschlagprüfung

    1. Ob Schalen- und Schichtenbildung im Verlegeuntergrund (z.B. Estrich) vorhanden sind, ist mit der Hammerschlagprüfung zu erkennen. Mit einem stumpfen Hammer wird in einem Winkel von ca. 45° auf die Oberfläche geschlagen.
  9. 2. Platzt eine Schale aus der Oberfläche heraus, muss die Oberfläche durch geeignete Maßnahmen (schleifen, fräsen) von den Ablagerungen befreit werden.
  10. Die Wischprüfung

    1. Man wischt mit einem trockenen Tuch oder mit der Hand über die Oberfläche. Verbleiben Rückstände von Staub oder anderen losen Bestandteilen, so sind diese zu entfernen.
  11. Die Benetzungsprüfung

    1. Der Untergrund wird mit Wasser beträufelt. Wird das Wasser sehr schnell aufgesogen, so ist der Untergrund zu stark saugend. Durch den Einsatz der geeigneten Grundierung kann das Saugverhalten gemindert werden.

  12. 2. Bleibt das Wasser auf dem Untergrund stehen, so ist der Untergrund schwach saugend. Bei optimalem Saugverhalten wird das Wasser langsam aber kontinuierlich aufgesogen.

  13. Die Feuchtigkeitsmessung

    1. Die Belegreife des Untergrundes ist abhängig von seiner Restfeuchte. Zur Ermittlung von Restfeuchte in Untergründen ist der Einsatz von speziellen CM-Messgeräten zu empfehlen. Dabei ist die Gebrauchsanweisung des jeweiligen Geräteherstellers zu beachten.
  14. Die Oberflächenzugfestigkeit

    2. Die Messung erfolgt direkt auf dem vorbereiteten Beton- oder Estrichuntergrund ohne Anbohren. Es sind pastöse Kleber ohne verfestigende Wirkung einzusetzen. Bei kunstoffvergüteten weber.floor Spachtelmassen ist lösungsmittelfreier Kleber zu verwenden. PMMA-Kleber sind nicht geeignet.
  15. Die Haftzugfestigkeit

    3. Um die Haftung von Schichten untereinander zu prüfen, wird im entsprechenden Durchmesser vorgebohrt. Wir empfehlen lösungsmittelfreie, pastös eingestellte Epoxitharze einzusetzen, wie z.B. weber.floor 4715 Grundierung EP.