Was ist beim Einbau einer Fußbodenheizung zu beachten?

Handwerker mit oranger Arbeitsjacke, dunkelgrauer Arbeitshose, gelben Gummistiefeln und einer schwarzen Mütze auf dem Kopf steht in der Mitte eines Raumes, der gerade renoviert wird. Er steht auf den sichtbaren Rohren einer Fußbodenheizung und hat einen Schlauch in der Hand, aus dem Ausgleichsmasse auf die Rohre gepumpt wird.

Eine Fußbodenheizung ist eine moderne und effiziente Methode, um Räume zu beheizen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizkörpern sorgt sie für eine gleichmäßige Wärmeverteilung im gesamten Raum, und verschwindet zudem unsichtbar unter dem Bodenbelag. Beim Einbau sind einige Aspekte zu beachten.

Kapitelüberschrift

1. Trend zu Fußbodenheizungen

2. Was ist eine Fußbodenheizung und wie funktioniert sie?

3. Was ist bei der Materialwahl zu beachten?

4. Welche Planung und Vorbereitung des Bodens ist für die Fußbodenheizung notwendig?

5. Welche Auswirkungen hat der Bodenbelag auf die Wärmeleitung?

6. Regelmäßige Wartung nicht vergessen

7. Fazit und weitere Informationen

1. Trend zu Fußbodenheizungen

Fußbodenheizungen werden immer beliebter. Kein Wunder: Niedrigere Vorlauftemperaturen und eine gleichmäßige Wärmeverteilung sorgen für eine effiziente Nutzung der Heizenergie. Eine gut funktionierende Fußbodenheizung trägt so erheblich zur Energieeffizienz bei, was wiederum Kosten spart. Fußbodenheizungen bieten sich nicht nur, aber insbesondere im Zusammenhang mit einer Wärmepumpe an. Wärmepumpen liefern niedrigere Vorlauftemperaturen als Heizkessel. Damit kommt eine Fußbodenheizung besser klar als klassische Heizkörper. Zudem verbessert eine Fußbodenheizung den Wohnkomfort. Sie erzeugt gleichmäßigere Strahlungswärme als Heizkörper, die deutlich wärmer eingestellt sind. Dadurch und durch einen besseren Temperaturgradient empfinden die Bewohner*innen in der Regel eine Fußbodenheizung als angenehmer. Kalte Füße gehören der Vergangenheit an, und die Behaglichkeit im Raum wird spürbar erhöht. Eine hochwertige Fußbodenheizung kann auch den Wert einer Immobilie steigern. Immer mehr potenzielle Käufer*innen und Mieter*innen schätzen die Vorteile einer Fußbodenheizung, was die Attraktivität der Immobilie erhöht.

Gute Argumente also für eine Fußbodenheizung. Schauen wir uns zunächst an, wie eine Fußbodenheizung funktioniert.

2. Was ist eine Fußbodenheizung und wie funktioniert sie?

Eine Fußbodenheizung ist ein Heizsystem, das unter dem Bodenbelag installiert wird, um Wärme gleichmäßig im Raum zu verteilen. Es gibt zwei Haupttypen von Fußbodenheizungen: wasserführende und elektrische.

Die wasserführende Fußbodenheizung nutzt warmes Wasser, das durch Rohre im Boden zirkuliert, während die elektrische Fußbodenheizung Strom durch elektrische Heizmatten oder Kabel leitet, um Wärme zu erzeugen. Diese Variante ist einfacher zu installieren und eignet sich insbesondere für kleinere Räume oder als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen.

Bei beiden Typen wird die Wärme dann nach oben abgegeben und sorgt für eine angenehme Temperatur im Raum.

3. Was ist bei der Materialwahl zu beachten?

Die Auswahl des Estrichs ist von entscheidender Bedeutung. Es sollte immer ein Heizestrich gewählt werden, also ein Estrich, bei dem der Hersteller explizit angibt, dass er für Fußbodenheizungen geeignet ist. Weiter sollte darauf geachtet werden, dass Estriche gewählt werden, die eine hohe Wärmeleitfähigkeit haben, so wird die Wärme der Heizrohre besser an die Raumluft abgegeben, statt einen Wärmestau im Fußboden zu erzeugen. Je höher die Wärmeleitfähigkeit ist, desto effizienter ist die ganze Fußbodenheizungskonstruktion. Im Neubau wählt man meistens Estriche in normativen Schichtstärken ab 35mm Rohrüberdeckung. Diese dienen als guter Wärmespeicher und geben lange Energie an den Raum ab. 

In der Sanierung wird oft aus Platz- und Gewichtgründen auf dünnschichtige Fußbodenkonstruktionen mit Spachtel- oder Ausgleichsmassen zurückgegriffen. Diese Systeme sind teurer und speichern die Wärme nicht so lange, jedoch sind diese Systeme etwas schneller als die eher trägeren Neubausysteme.

Generell empfiehlt es sich, möglichst auf fließfähige Produkte zu setzen. Diese umschließen die Rohre deutlich besser und sorgen so für eine zusätzliche Effizienz des Systems. Zum anderen sollten Heizestriche besonders schwind- und spannungsarm sein. Denn sonst läuft man Gefahr, dass sich beim starken Aufheizen und Abkühlen Risse bilden. Saint-Gobain Weber bietet verschiedene hochwertige Heizestriche an, beispielsweise weber.floor 4180.

4. Welche Planung und Vorbereitung des Bodens ist für die Fußbodenheizung notwendig?

Der Einbau einer Fußbodenheizung beginnt mit einer sorgfältigen Planung und Vorbereitung des Bodens. Der Einbau einer Fußbodenheizung ist sowohl im Neubau als auch bei einer Nachrüstung möglich. Im Neubau kann die Fußbodenheizung optimal in die Baupläne integriert werden, während bei einer Nachrüstung besondere Aufmerksamkeit auf die vorhandene Bausubstanz gelegt werden muss. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass der Boden das zusätzliche Gewicht der Fußbodenheizung tragen kann. Es ist in jedem Fall empfehlenswert, einen Fachhandwerksbetrieb mit dem Einbau zu beauftragen. 

Bevor mit dem Einbau begonnen wird, muss der Boden geprüft und vorbereitet werden. Alte Bodenbeläge müssen vollständig entfernt werden, danach muss die Tragfähigkeit des Untergrunds geprüft werden.

Die Verlegung richtet sich nach der Art der Fußbodenheizung. Bei wasserführenden Systemen werden die Rohre in den Estrich eingebettet, während elektrische Fußbodenheizungen direkt unter dem Bodenbelag bzw. im Fliesenkleber verlegt werden. Die richtige Verlegetechnik ist entscheidend für eine effiziente Wärmeverteilung. Bei größeren Unebenheiten oder auf dem Rohboden verlegten Rohrleitungen sollte mit einer Leichtausgleichsmasse eine ebene Oberfläche hergestellt werden. Unter jede Fußbodenheizung gehört eine Wärmedämmung und meist auch eine Trittschalldämmung. Die Heizenergie soll so nach oben in den Raum geleitet werden und nicht in den Raum darunter. Die Heizrohre müssen vor dem Einbau des Estrichs bzw. der Ausgleichsmasse auf Dichtheit geprüft und mit Wasser befüllt werden. 

Der Estrich oder die Ausgleichsmasse wird in der vorher geplanten Schichtdicke aufgebracht und in der Regel wird er über einen Schlauch an den Einsatzort gepumpt. Die frisch eingebaute Fläche sollte während der vom Hersteller angegebenen Trocknungszeit vor Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, um eine gleichmäßige Durchtrocknung zu ermöglichen. Danach wird die Fußbodenheizung aufgeheizt, dies wird in einem Aufheizprotokoll dokumentiert. Nach diesem so genannten Funktionsheizen prüft der Fachhandwerker die Restfeuchte im Estrich mit einer CM-Messung. Liegt diese bei Zementestrichen unter 2 CM% und bei Calciumsulfat- oder Anhydritestrichen unter 0,5 CM%, ist die Belegreife erreicht und der Oberbelag kann verlegt werden. Alternativ kann der Hersteller andere Belegreifen vorgeben.

5. Welche Auswirkungen hat der Bodenbelag auf die Wärmeleitung?

Der gewählte Bodenbelag beeinflusst die Wärmeverteilung der Fußbodenheizung. Während beispielsweise Fliesen eine gute Wärmeleitung ermöglichen, kann dicker Teppichboden die Effizienz beeinträchtigen. Die Auswahl des geeigneten Bodenbelags sollte daher im Einklang mit den Heizanforderungen erfolgen. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Bodenbelag verklebt wird, so entsteht kein Luftpolster unter dem Belag, das die Wärme ungewollt zusätzlich mindert.

6. Regelmäßige Wartung nicht vergessen

Wie bei anderen Heizungstypen auch ist eine regelmäßige Wartung der Fußbodenheizung wichtig, um die langfristige Effizienz zu gewährleisten. Dazu gehören Überprüfung der Rohre, Entlüftung des Systems und gegebenenfalls Anpassungen an die Heizkurve. Langfristige Effizienz trägt nicht nur zur Energieeinsparung bei, sondern erhöht auch die Lebensdauer des Systems.

7. Fazit und weitere Informationen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Einbau einer Fußbodenheizung sorgfältige Planung, qualitativ hochwertige Materialien und professionelle Ausführung erfordert. Die Vorteile in Bezug auf Energieeffizienz, Raumkomfort und Immobilienwert machen sie auf jeden Fall zu einer attraktiven Option für moderne Heizsysteme. 

Vertiefende Informationen zum Thema Fußbodenheizungen, wie zum Beispiel verschiedenen Aufbauempfehlungen oder die wichtigsten Regelwerke finden Sie hier.