Gebäudeenergiegesetz 2024 - die wichtigsten Punkte im Überblick

Grafik, welche zeigt, wo Wärmeverluste an Gebäuden ohne Maßnahmen nach dem Gebäudeenergiegesetz entstehen

Wenn es um die Einsparung von Heizenergie geht, ist eine Gebäudedämmung unerlässlich. Eine ungedämmte Fassade ist für 10 bis 15 % der Heizenergieverluste verantwortlich. Weitere 25 bis 30 % entweichen durch das Dach und 10 bis 15 % durch die Fenster. Eine energetische Sanierung ist aber nicht nur sinnvoll, sie ist häufig auch gesetzlich vorgeschrieben. Das entsprechende Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde zum Beginn des Jahres aktualisiert.

Zum Glück fordert der Gesetzgeber aber nicht nur, er fördert auch. Denn wo das GEG die gesetzlichen Anforderungen an ein Gebäude formuliert, regelt die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) die Förderung, die Hausbesitzer für Arbeiten an ihrer Immobilie erhalten können. GEG und BEG gehen also Hand in Hand. In diesem Beitrag klären wir die wichtigsten Fragen rund um die beiden Regelwerke GEG und BEG.

Kapitelüberschrift

1. Was beinhaltet das Gebäudeenergiegesetz (GEG)

2. Welche Neuerungen gibt es ab 2024 im Bereich Heizungen?

3. Was sind die aktuellen Vorschriften für die Fassadensanierung nach dem GEG 2024?

4. Schreibt das Gebäudeenergiegesetz eine bestimmte Technik vor?

5. Mit welchem Anteil unterstützt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eine Sanierung?

6. Ich will mein Gebäude energetisch sanieren. Wie gehe ich vor?

7. Wie kann ich das meiste aus der Sanierung herausholen?

8. Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

1. Was beinhaltet das Gebäudeenergiegesetz (GEG)?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gilt sowohl für Wohngebäude als auch für Nichtwohngebäude. Es regelt sämtliche Anforderungen an die Energieeffizienz von Immobilien. Mit einer Novelle des Gesetzes, die am 1. Januar 2024 in Kraft getreten ist, soll der Umstieg auf klimafreundliche Heizungen eingeleitet und damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert werden.

2. Welche Neuerungen gibt es ab 2024 im Bereich Heizungen?

In Deutschland werden rund drei Viertel der Heizungen mit Gas oder Öl betrieben. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sieht vor, dass ab Januar 2024 in Neubauten innerhalb von Neubaugebieten nur noch Heizungen installiert werden dürfen, die mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen. Für bereits bestehende Gebäude oder wenn durch den Neubau eine Baulücke geschlossen wird, sind längere Übergangsfristen vorgesehen. Außerdem gilt die Pflicht hier nur, wenn eine neue Heizung eingebaut werden muss. Bestehende Heizungen dürfen weiter betrieben und auch repariert werden. In Härtefällen können Eigentümer von der Pflicht zum Erneuerbaren Heizen befreit werden.

3. Was sind die aktuellen Vorschriften für die Fassadensanierung nach dem GEG 2024?

Der Fokus der Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) liegt zwar stärker auf der Heizungstechnik. Dennoch spielen Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle, wenn es darum geht, die Energieeffizienz eines Gebäudes zu steigern. So legt das Gebäudeenergiegesetz (GEG= Grenzwerte für die Wärmedurchlässigkeit einzelner Bauteile fest, die nicht überschritten werden dürfen. Um diesen sogenannten U-Wert einzuhalten und Energieverluste beim Heizen und Kühlen zu vermeiden, braucht es einen baulichen Wärmeschutz. Viele Bauherr*innen kombinieren daher eine Fassadensanierung mit dem Aufbringen einer Fassadendämmung, etwa in Form eines Wärmedämm-Verbundsystems.

Der Markt für Wärmedämm-Verbundsysteme hat sich in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt. Neben der Dämmung auf Basis von EPS (expandiertem Polystyrol) stehen inzwischen auch kreislauffähige WDV-Systeme auf Basis von Mineralwolle oder Holzfaser zur Verfügung. Nach der Nutzungsdauer lassen sich diese wieder in ihre Einzelkomponenten zerlegen und einer neuen Nutzung zuführen. Weitere wichtige Aspekte bei der Wahl der Fassadendämmung sind etwa die Brandschutzklasse, der Schallschutz und die Gestaltung mit natürlichen Putzen, denen keine auswaschbaren Biozide zugesetzt sind.

4. Schreibt das Gebäudeenergiegesetz eine bestimmte Technik vor?

Die Regelungen, die das Gebäudeenergiegesetz (GEG) trifft, sind technologieoffen gestaltet, das heißt, es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie zu erfüllen. Wenn es um die Wahl einer neuen Heizung geht, haben Bauherr*innen zum Beispiel die Wahl zwischen:

  • Anschluss an ein Fern- oder Gebäudewärmenetz

  • Einbau einer elektrischen Wärmepumpe

  • Stromdirektheizungen

  • Heizung auf Basis von Solarthermie

  • Einbau einer Biomasseheizung, die z.B. Holzpellets oder Wasserstoff nutzt

  • Einbau einer Wärmepumpen- oder Solarthermie-Hybridheizung (d.h. Wärmepumpe oder Solarthermie-Heizung in Kombination mit Gas-, Biomasse- oder Flüssigbrennstoffsteuerung)

Der Einbau einer Gasheizung ist nur noch nach einer verpflichtenden Beratung vorab möglich und sofern sie für die spätere Umrüstung auf Wasserstoff geeignet ist. Entscheidend für die Effizienz und damit auch für die Betriebskosten der Anlage ist die sogenannte Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur, auf die das Heizungswasser mithilfe einer Wärmepumpe oder anderen Heizquelle erwärmt wird, bevor es über das Rohrverteilungssystem verteilt wird. Je geringer die Vorlauftemperatur, desto höher die Einsparungen. Jede Dämmmaßnahme trägt zusätzlich dazu bei, den Energiebedarf eines Gebäudes zu verringern und somit auch den Strombedarf für den Betrieb einer Wärmepumpe zu reduzieren. Der Einbau einer elektrischen Wärmepumpe in ein ungedämmtes Bestandsgebäude wird die Besitzer über die Stromrechnung teuer zu stehen kommen. Hier ist die Reihenfolge "zunächst Fassade dämmen, dann Heizung erneuern" auf jeden Fall sinnvoll.

5. Mit welchem Anteil unterstützt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eine Sanierung?

Wer sein Gebäude nach Vorgaben des GEG energieeffizient macht, kann neben Kosteneinsparungen bei der Heizenergie von Fördergeldern nach BEG profitieren. Denn gemeinsam mit der Novellierung des GEG traten zum 1. Januar 2024 auch neue Fördermöglichkeiten in Kraft. Damit möchte der Staat Immobilienbesitzer*innen einen zusätzlichen Anreiz bieten, Heizung und Fassade gemäß den neuen Standards zu sanieren. Die Grundförderung für den Heizungsaustausch beträgt 30 % der Kosten. Zusätzlich können Hausbesitzer*innen für sogenannte Effizienzmaßnahmen an Gebäudehüllen, Anlagentechnik und Heizung Fördergelder von bis zu 20 % erhalten. Wichtig dabei ist das richtige Vorgehen.

6. Ich will mein Gebäude energetisch sanieren. Wie gehe ich vor?

Eigentümer*innen, die ihre Immobilie sanieren möchten, vereinbaren am besten zunächst einen Vor-Ort-Termin mit einem Energieeffizienz-Experten oder einer -Expertin für Förderprogramme des Bundes. Eine Energieberatung von zugelassenen Expert*innen wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) mit bis zu 80 % gefördert. Nach der Beratung erhält man einen sogenannten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) mit maßgeschneiderten Empfehlungen für die Immobilie. Diese reichen vom Austausch der Heizung oder der Fenster über die Dämmung und Sanierung der Fassade bis zu einer energetischen Modernisierung des Kellers. Für die Umsetzung dieser sogenannten Effizienzmaßnahmen gibt der Bund gemäß BEG 15 % Grundförderung. Wurde zuvor eine iSFP erstellt, steigt diese auf 20 %.

7. Wie kann ich das meiste aus der Sanierung herausholen?

Eine umfassende energetische Gebäudesanierung geht mit Kosten einher. Daher kann es notwendig sein, in mehreren Schritten zu sanieren. Strategisch sinnvoll ist es dabei, Arbeiten an einem Bauteil in einem Arbeitsschritt zu bündeln. So lässt sich etwa beim eEinbau einer Flächenheizung auch gleich der Fußboden sanieren. Bauherr*innen sollten sich diesbezüglich von ihrem Fachbetrieb beraten lassen

8. Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

  • GEG steht für Gebäudeenergiegesetz. Das GEG enthält Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden, die Erstellung und die Verwendung von Energieausweisen sowie an den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung von Gebäuden. Ziel des GEsetzes ist es, einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele zu leisten
  • BEG steht für Bundesförderung für effiziente Gebäude; Förderprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA); unterteilt in Förderung für Wohngebäude (BEG WG), Nichtwohngebäude (BEG NWG) und Einzelmaßnahmen (BEG EM)
  • iSFP steht für individueller Sanierungsfahrplan; förderfähiges Sanierungskonzept mit Empfehlung für Schritt-für-Schritt-Maßnahmen

Weitere Abkürzungen und Begriffe rund um das nachhaltige Bauen und Sanieren finden sich hier.