Welche Abdichtungsnormen ersetzen ab Juli 2017 die bisherige DIN 18195 Bauwerksabdichtung?
Welchen Anwendungsbereich regelt DIN 18534, Teil 1?
Durch Brauch- und Reinigungswasser beanspruchte Flächen, z.B.
- Badezimmer, Duschanlagen
- Schwimmbeckenumgänge
- Gewerbliche genutzte Küchen
- Produktions- und Gewerbeflächen
Welche Wassereinwirklassen werden in DIN 18534, Teil 1 definiert?
Wassereinwirkungsklassen
- W0-I gering
- W1-I mäßig
- W2-I hoch
- W3-I sehr hoch
Welcher Wassereinwirkungsklasse wird das häusliche Badezimmer mit Duschtasse und Badewanne zugeordnet?
Außerhalb der Badewannen und Duschtassen kann max. eine Spritzwasserbeanspruchung auftreten. Deshalb werden diese Bereiche der Wassereinwirkungsklasse W1-I zugeordnet. Dies betrifft auch Bodenflächen außerhalb von Duschen mit Bodenabläufen im Raum.
Welcher Wassereinwirkungsklasse werden bodengleiche Duschen zugeordnet?
Der eigentliche Bereich einer bodengleichen Dusche mit Duschabtrennung oder bei offenen bodengleichen Duschen inkl. der gesamten Bodenfläche werden der Wassereinwirkungsklasse W2-I – dies bedeutet hoher Wassereinwirkung – zugeordnet.
Welcher Wassereinwirkungsklasse sind Flächen im Bereich von Schwimmbeckenumgängen, Duschanlagen, Sportstätten, Gewerbliche Küchen, Wäschereien, Brauereien etc. zuzuordnen?
Flächen im Bereich von Schwimmbeckenumgängen, Duschanlagen, Sportstätten, gewerblichen Küchen, Wäschereien, Brauereien sind der Wassereinwirkungsklasse W3-I, sehr hoch – dies bedeutet, Flächen mit sehr häufiger und langanhaltender Einwirkung aus Spritz- und/oder Brauchwasser und/oder Wasser aus intensiven Reinigungsverfahren – zuzuordnen.
Welche Abdichtungsuntergründe sind bei den Wassereinwirkungsklassen W0-I und W1-I zulässig?
Für die Wassereinwirkungsklasse W0-I und W1–I sind auch feuchteempfindliche Untergründe zulässig.
- Gips- und Gipskalkputze nach DIN EN 13279-1
- Gips-Wandbauplatten nach DIN EN 12859
- Gipsplatten mit Vliesarmierung nach DIN EN 15283-1
- Gipsfaserplatten nach DIN EN 15283-2
- Gipsplatten nach DIN 18180 bzw. DIN EN 520
- Calciumsulfatgebundene Estriche nach DIN EN 13813
Welche Abdichtungsuntergründe sind bei den Wassereinwirkklassen W2-I und W3-I zugelassen?
Für die Wassereinwirkungsklassen W2-I und W3-I sind nur feuchteunempfindliche Untergründe zugelassen.
Welche Rissklassen der Abdichtungsuntergründe werden in DIN 18534, Teil 1, geregelt?
Rissklassen der Abdichtungsuntergründe werden unterteilt in
- R1-I (bis ca. 0,2 mm); z.B. Stahlbeton, Estriche, Mauerwerk, Putze, starre Fuge zwischen Gipskarton-/Gipsfaserplatten
- R2-I (bis ca. 0,5 mm); z.B. Fugen von großformatigem Mauerwerk
- R3-I (bis ca. 1,0 mm + Rissversatz bis ca. 0,5 mm); z.B. Aufstandsfugen von Mauerwerk, Materialübergänge
Wie hoch müssen Bodenabdichtungen im Wandbereich hochgeführt werden?
Werden lediglich Bodenflächen in Badezimmern und Nassräumen abgedichtet, ist die Abdichtung mindestens 5 cm über Oberkante Fertigfußboden OKFF hochzuführen.
Welche Anforderungen werden an die Abdichtungen von Bereichen unter oder hinter Badewannen und Duschtassen gestellt?
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Abdichtung unter und hinter der Wanne weiter- und durchzuführen und an die Flächenabdichtung des Bodens anzuschließen. Alternativ können Wannenrandabdichtungsbänder an die Flächenabdichtung der Wand angeschlossen werden.
Welche Fliesenverbundabdichtungsstoffe werden in DIN 18534, Teil 3, geregelt?
Flüssig zu verarbeitende Fliesenverbundabdichtungen (AIV-F) müssen aus folgenden Werkstoffgruppen bestehen:
- Polymerdispersionen (DM)
- Rissüberbrückende, mineralische Dichtungsschlämmen MDS (CM)
- Reaktionsharze (RM)
Bei welchen Wassereinwirkungsklassen dürfen Polymerdispersionen (AIV F) (DM) eingesetzt werden?
- W0-I Wand- und Boden
- W1-I Wand und Boden
- W2-I nur im Wandbereich
- W3-I keine Anwendung
Können Fliesenverbundabdichtungen (AIV-F) auch direkt genutzt werden?
DIN 18534, Teil 3, sieht für Fliesenbundabdichtungen generell Nutzschichten, z.B. aus
- keramischen Fliesen und Platten
- Bodenklinkerplatten
- Naturwerkstein
- Betonwerkstein
- Glas, Porzellan, Steinmosaik
vor. Eine direkte Nutzung der Abdichtung ohne Schutzschicht ist eine Sonderkonstruktion und nicht in dieser Norm geregelt.
Welche Anforderungen an die Eindichtung von Bodenabläufen werden in DIN 18534 gestellt?
Bei W0-I bis W2-I sind bei Fliesenverbundabdichtung AIV-F Flanschbreiten von ≥ 30 mm erforderlich. Die Eindichtung soll mit 2-komp. MDS oder Reaktionsharzen erfolgen.
Welche Schichtdicken werden für die Fliesenverbundabdichtungen AIV F in DIN 18534, Teil 3, geregelt?
- Mindesttrockenschichtdicken: Polymerdispersionen: 0,5 mm
- MDS: Rissüberbrückende Dichtungsschlämmen: 2 mm
- RM Reaktionsharze: 1 mm
Hinweis: Die Mindesttrockenschichtdicke darf nicht unterschritten werden. Grundsätzlich sind AIV F immer in mindestens 2 Lagen aufzutragen.
Werden in DIN 18534, Teil 3, auch Dichtbandkomponenten geregelt?
Dichtbandkomponenten gehören generell zum Fliesenverbundabdichtungssystem und müssen im System geprüft werden. Die Überlappungsbreite der Bänder beträgt mind. 50 mm.
Müssen Polymerdispersionen (DM) zweifarbig aufgetragen werden?
Fliesenverbundabdichtungen müssen grundsätzlich in zwei Aufträgen aufgetragen werden. Bei Polymerdispersionen werden diese in unterschiedlichen Farben (Kontrast) ausgeführt.
Welche Anforderungen werden an die Schichtdickenkontrolle gestellt?
Die Einhaltung der Schichtdickenanforderung bei flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen (AIV-F) ist durch Verbrauchsmengenkontrollen und/oder Nassschichtdickenmesser sicherzustellen und mind. bei der Wassereinwirkungsklasse W3-I zu dokumentieren.
Welche Anforderungen werden an Fugen gestellt?
Die Abdichtungsschicht von AIV –F ist im Bereich von Fugen durch den Einbau von dehnfähigen Dichtbändern auszubilden, so dass die zu erwartenden Bewegungen aufgenommen werden können. Lage und Breite der Fugen ist in einem Fugenplan vom Planer vorzugeben.